VNB2T

Hallo

ich habe eine VNB2T von 1961 seit einem Jahr.

Bei längeren Ausfahrten stirbt mir der Motor nach 6-8 km ab wenn ich anhalte.

Danach muss ich 5-10 min warten, bis der Motor wieder anspringt. Danach fahre ich 1-2 km dann wieder das gleiche Spiel.

Habe den Vergaser gründlich gereinigt und alle Dichtungen erneuert, neuen Benzinschlauch eingebaut aber keine Änderung. Tank sieht sauber aus.

Kann es thermische Probleme mit Zündplatte oder Polrad geben?

Danke für Hinweise

Patric

Hallo Werner,
das hast Du super erklärt und ich glaube es zu verstehen.
Der Bentinschlauch ist so kurz wie ich ihn gerade noch einbauen kann.
Als nächstes probiere ich die Tankentlüftung und danach den Zündkondensator.
Vielen Dank
Patric

Hallo, 
ein solches Problem kann unter Anderem folgende mögliche Ursachen haben:

Ein falsch verlegter oder eingeklemmter/abgewürgter oder zu langer Benzinschlauch.
Hierdurch gelangt nur wenig Benzin zum Vergaser - es tröpfelt dann nur, füllt aber dennoch die im Vergaser befindliche, als Zwischenreservoir dienende Schwimmerkammer. 
Als Resultat springt der Motor zwar an und läuft ein paar Minuten, bis der Inhalt der Schwimmerkammer leergesaugt ist. Da nicht genügend Sprit nachfließt, geht der Motor aus und springt erst wieder an, wenn die Schwimmerkammer wieder vollgetröpfelt ist. 
Der Benzinschlauch muß immer knickfrei und in einem leichten Gefälle verlegt sein, er darf nie ein "Knie" nach oben bilden (Siphoneffekt) - hier fängt sich eine Luftblase und mindert die Spritzufuhr. Das gleiche gilt für einen fälschlich zusätzlich in den Spritschlauch eingebauten Benzinfilter. 

Achtung: Manchmal vermutet man die Ursache in einer defekten Zündkerze...während man dann eine andere Kerze reinbastelt, tröpfelt unentdeckt die Schwimmerkammer wieder voll - wenn dann der Motor wieder anspringt,  schreibt man es irrtümlich der eben gewechselten Kerze zu...

Eine nicht vorhandene Tankentlüftung
Wenn Benzin aus dem Tank in den Benzinschlauch läuft, muß über die im Tankdeckel befindliche Entlüftungsöffnung Luft in den Tank nachströmen, um das verbrauchte Benzinvolumen zu ersetzen. 
Im Tank befindet sich auch das im Benzinhahn integrierte, der Tank- und Benzinschlauchentlüftung dienende "Schnüffelrohr" aus Messing
Funktioniert das alles nicht, entsteht im Tank ein solcher Unterdruck, daß kein oder kaum noch Benzin in den Vergaser laufen kann. Effekt wie weiter oben beschrieben.


Ein defekter Zündkondensator auf der Zündgrundplatte (unter dem Polrad)
Zündkondensatoren sind Verschleißteile, die regelmäßig ersetzt werden sollten, da sie schleichend altern. 
Ein sporadischer Defekt äußert sich darin, daß der Kondensator in kaltem Zustand funktioniert, aber dann bei betriebswarmem Motor (also nach ein paar Min. Laufzeit) der Defekt aktiv wird und der Motor dadurch abstirbt. Nach einer Abkühlphase funktioniert der Kondensator dann plötzlich wieder; der Motor springt an, aber das Spiel beginnt von Neuem.
Die Alterung dieses Bauteils ist degenerativ, d.h. der Defekt schreitet weiter fort, bis das Teil gar nicht mehr funktioniert.

Zitat: Der Bentinschlauch ist so kurz wie ich ihn gerade noch einbauen kann.


Den Benzinschlauch kann man auf 2 Arten einbauen und dabei seine Länge bestimmen. Möglicherweise kann er bei der ersten Methode zu lang sein. Ich selbst mache es grundsätzlich nach der 2. Methode.

Methode 1)
Man befestigt den Benzinschlauch zuerst am Vergaser und schiebt ihn durch den Rahmen. Man muß ihn so lang lassen, daß man ihn an den ausgebauten, oben auf dem Rahmenquer stehenden Tank/Benzinhahn anschließen kann. Möglicherweise ist er bei dieser Methode zu lang und es bildet sich unter dem Tank ein "Knie". Ein paar cm länger wären IMHO ok (bis zu 5 cm).

Methode 2)
Man befestigt den Benzinschlauch zuerst am Tank, schiebt den Schlauch durch die Rahmenöffnung, baut den Tank ein und zieht den Schlauch in Richtung Vergaser. Dann laviert man den Schlauch durch die Öffnung in der Vergaserwanne nach oben und kürzt ihn in dieser Einbaulage entsprechend ab. Bitte nicht zu stramm /auf Zug einbauen und ihn ein paar cm länger lassen.

 

Tipps:

  • immer den Rahmengummi für den Benzinschlauch nicht vergessen. Die lange Seite des Rahmengummis kommt nach aussen! Den Gummi nicht einzubauen birgt die Gefahr, daß der Benzinschlauch am Rahmen durchscheuert, leckschlägt und Benzin über den heissen Zylinder oder den Auspuff läuft. 
    Ist der Rahmengummi zerfleddert/hat Risse oder löst sich auf, auch erneuern!
  • Will sich der Schlauch wegen zu hoher Reibung nicht durch den Rahmengummi schieben lassen, hilft ein Spritzer Bremsenreiniger, welcher Schlauch und Rahmengummi kurzzeitig gleitfähig macht, bevor er verdunstet. Hier aber auf den Lack achten. Wahlweise hilft etwas chemisch neutrale Vaseline (bitte kein Schmierfett)