VLX1M Lager und Co

Hallo,

habe eine Frage zu einem Motorteil den es scheinbar nicht mehr gibt.
Vielleicht fehlt mir auch die konkrete Bezeichnung für eine geeignete Suche. Habe zwei Probleme.

Alter Motor VLX1M - P150X oder Sprint Veloce (?)- Lima Seite ist unter anderem ein Lager Typ 6005 (ETS) verbaut. (Glaube aber mittlerweile das ist normal?! oder ist das Fusch?)

Das weitere Problem:

Ich habe es beim zerlegen geschafft den kompletten Lagersitz der Kurbelwelle Seite Kupplung, samt "Buchse" aus dem Motorblock zu treiben. Insgesamt mit der Kurbelwelle. Also nach innen! Jetzt musste ich das ganze aufschneiden und voneinander trennen. Damit wurde die alte "Stahl-Buchse" natürlich zerstört.
In den Explosionszeichnungen ist das Ersatzteil bei SC dieses Wunderwerks mit der Nummer 16 zu finden, bei SIP 24.
Bei meiner Version wird das ganze Lager das in dieser "Stahl-Buchse" sitzt zur Kurbelwelle, als auch zur Kupplung hin mit einem Sicherungsring gesichert. (Nach ExZeichnung SIP ist das Rally!?)
Der Sicherungsring zur Seite der Kurbelwelle sitzt in einer Rille in der "Stahl-Buchse" und hat das ganze beim austreiben schön auf der Kurbelwelle gehalten.

Jetzt die Masterfrage: Gibt es diesen Ring mit der Nummer 16, bzw 24 noch zu kaufen oder muss ich den Spaß auch wieder anfertigen lassen?

Bin gespannt und schon mal vielen Dank ;-)

Ich denke das wußte er - ist am Ende bestimmt einer gewissenlosen Freunde an möglichst großer Gewinnspanne geschuldet und nicht der Idee der Werterhaltung.

Danke - Da hast du alle meine Befürchtungen bestätigt !

Dann war original in dem Gehäuse ein Nadellager 38x25x15 drin. Der Bearbeiter hat die Passung von 15 auf 12 mm Tiefe reduziert. Was anderes als das unpassende Rillenkugellager passt dann nicht mehr hinein.
Übrigens: in dem Motor wurde auch anderweitig herumgefeilt.

-> Ich würde an diesem Punkt abbrechen, einen neuen Satz Gehäusehälften nehmen, den Ärger runterschlucken und die Kosten unter „Lebenserfahrung“ verbuchen. Du bist bei weitem nicht der erste Mensch, der mit seiner Erstvespa so etwas erlebt.

Warum?
Bei all dem Gebastel sollte man sich erinnern:

In beiden Gehäusehälften sollen die Lager genau fluchten, sie müssen sehr präzise auf dem selben Maß und räumlich auf einer Achse liegen.
Tun sie das nicht, ist der nächste Motorschaden programmiert (weil eine unrund mit Motordrehzahl laufende Kurbelwelle zerstörerisch-starke Vibratonen verursacht; Dabei eiert die taumelnde Welle nicht nur die Lagerpassung kaputt und rüttelt die Reparaturbuchsen wieder lose (so wie bereits geschehen), vielleicht vernichtet das auch die sogenannte Vorverdichterfläche im Kurbelgehäuse (man kann übrigens auf einem deiner Fotos erahnen, daß diese Fläche auch nicht mehr sooo prickelnd in Ordnung ist).

Damit die Lager fluchten, werden die Gehäusehälften im Werk „in einer Aufspannung" ausgespindelt (d.h. die Gehäusehälften werden zusammengefügt und alle Lagerpassungen werden gemeinsam in einem Rutsch hergestelltt, damit Nebenwelle + Antriebwelle + Kurbelwelle zusammenspielen können.
An deinem Gehäuse ist es fraglich, ob das so ist - der Bearbeiter hat sicherlich in bestem Wissen wohl jede Gehäusehälfte nach Gusto einzeln aufgespannt & dann ausgedreht.

Ich würde drauf verzichten, nach vermeintlichen Rettungsstrohhalmen zu greifen u. im Gehäuse herumschweißen zu lassen – das ist bei der hochbelasteten Kurbelwellenlagerung u. dem wenigen noch stehenden Material nicht zielführend…Alu wird wegen seiner hohen Wärmeleitfähigkeit beim Schweißen sehr heiß, was zu einer Materialgefügeveränderung und Verzug führt…sicherlich können irgendwelche Anbieter Laser-Auftragsschweißen, aber hier sollte man die Kosten und den Gesamtzustand des Motors (weitere Instandsetzungsarbeiten?) in Betracht ziehen wenn es darum geht, zu beurteilen, ob sich der ganze Zirkus lohnt.

Bei diesen Motoren ist original kein Stahl-Lagersitz ("Buchse") verbaut gewesen und LiMa-seitig auch kein Lager 6005.

Es gibt ältere Motoren, bei denen ein Messing-Lagersitz eingeschrumpft ist.
Diese Modelle sollten dann auch beidseitig sowohl Messingbuchsen als auch identische große Kurbelwellenlager mit dem Aussendurchmesser 62 mm haben. 
Oder es ist KuLu-seitig ein 62 mm-Kugellager verbaut und LiMa-Seitig ein 38 mm durchmessendes Nadellager.

Wenn du in beiden Motorhälften mal die Durchmesser der KW-Lagerpassungen (ohne Buchse) nachmißt, sollte eigentlich ersichtlich werden, welche Lager da ursprünglich verbaut waren (bitte Ergebnis der Messung hier posten).


Ein 6005 hat 47 mm Aussendurchmesser...Vermutlich hat das mal jemand als Reparaturmaßnahme hineinpraktiziert und das original verbaute 38 mm-Nadellager  (38 mm) ersetzt (oder hier war auch eine Buchse drin und es war ursprünglich ein 62 mm Lager verbaut). Die Info fehlte...


Übrigens - Lager baut man immer so aus und wieder ein, daß man das Gehäuse erhitzte und das Lager freischrumpft - sonst ist automatisch der Lagersitz defekt (die Info fehlte, deswegen mache ich darauf aufmerksam).

Die Buchsen kann es eigentlich gar nicht als Ersatzteil geben, denn sie sind mit einem genau zu ermittelnden Übermaß gefertigt und müssen ebenfalls eingeschrumpft werden. Die Buchsen muss man von einem mit diesem Vorgang vertrauten Mechaniker anfertigen und vor allem auch wieder ins Gehäuse einpassen lassen. 

Sind die neuen Buchsen dann glücklich drin, muß man ebenfalls (um die Passungen nicht gleich wieder zu zerstören) beide Motorgehäusehälften mit einer bestimmten Prozedur wieder vereinen.

 

Das ist nur bei den frühen alten P150X so. Denen hatte man interimsmäßig einen Sprintmotor verpasst. Alle anderen PX'en haben die modernere Kurbelwellenlagerung, die ohne diese Umständlichkeiten auskommt.

 

 

Danke für die schnelle Antwort,

hier habe ich ein paar Fotos, inkl. beschriebener Ring. Den habe ich für die Bilder nur zusammen gesteckt.

Auch die Seite der LIMA ist abgebildet. Denke das macht das ganze deutlich.

Auf der Kupplungseite war der Lagersitz zur Kupplung hin ruiniert. Hier hatte ich das Halteblech montiert.Damit lief das ganze echt sehr gut... Jetzt dieser Mist!

Und mit der Lima Seite war eh noch nie einerstanden.

 

Das Lager auf Kupplungsseite (Die Bilder sind teilweise zu groß):

klar aussen 62 mm, der Ring aussen 66 mm

 

LIMA sieht man hier als erstes...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was wichtiges habe ich noch vergessen:
Das Standard- Rillenkugellager 6005 darf da auf keinen Fall wieder rein, das hat eine viel zu geringe Tragzahl, um langlebig und zuverlässig zu sein.
(interessant wäre es zu wissen, ob der Vorbesitzer wenigstens eine Mindestahnung davon hatte, was er tat und ein Lager mit erhöhter Lagerluft gewählt hat (da steht dann ein Code wie C3/C4/C5 auf dem Lager - das ist aber unwesentlich...bloß weg mit dem 6005 das ist zu schwach für den PX Motor)...

Ausserdem ist bei der Vespa- Kurbelwellenlagerung das LiMaSeitige Lager das Loslager - das geht am besten mit anlauffreien Nadel- oder Zylinderrollenlagern, welche die axiale Ausdehnung der Kurbelwelle nicht behindern. Das und die höhere Tragzahl sind die Gründe, warum Piaggio bei der PX auf der LiMa-Seite das Nadellager (oder ein fettes Zylinderrollenlager bei der Rally und der T5) verbaut hat.

 

Der Stahlring muss ersetzt werden, hier zu einem Profi gehen, der das zuverlässig und haltbar macht...

 

Der Motor sieht so aus wie ein spätes Modell...anscheinend schon mit den neuen PX Lagerpassungen...ich glaube nicht, daß hier ab Werk Messingbuchsen drin waren so wie es aussieht.


Das Halteblech ist völlig OK...bei der Montage unbedingt drauf achten, dass sowohl Innengewinde als auch Schraubengewinde 100% fettfrei sind und zusätzlich mit Loctite superfest eingeklebt sind.


Wichtig: immer die 0,3-0,4 mm starke Papierdichtung verwenden. Dichtmasse ist nicht zielführend - bei der Montage wird die Masse überwiegend aus dem Dichtspalt weggedrückt...dort, wo es dichten soll, bleibt höchstens eine hauchdünne Spur, der Rest quillt seitlich weg..


Ein Vespamotor benötigt eine Hauptgehäusedichtung, die "mitarbeitet" - das zusammengebaute Gehäuse dehnt sich nämlich im Betrieb unterschiedlich aus (durchaus im zehntel-mm Bereich); an der hauchdünnen Dichtmasseschicht kann man wiederum keine Wärmeausdehnung messen. Auch ist an der Breite der Gehäusedichtfläche per se schon erkennbar, daß hier eine Feststoffdichtung hingehört.

Wenn die Dichtfläche keine Schrammen oder Verzug aufweist, reicht eine gute Feststoffdichtung aus und man kann den Motor angenehmerweise nach der Montage gleich in Betrieb nehmen. Silikondichtmasse muß mittels chemischer Reaktion überhaupt erstmal zu einem Feststoff aushärten.

Hat man ein Gehäuse mit leicht verschrammten Dichtflächen, das irgendwie nicht mehr wirklich dicht werden will, empfiehlt sich die BGM pro Gehäusedichtung (sorry SIP, der Mitbewerb hat hier einen Technologievorteil)...


Ich erkenne nicht den Durchmesser und die Tiefe der LiMa Lagerpassung...bitte noch nachreichen ... ein 6005 Lager muß man nicht nachmessen, der Aussendurchmesser ist ja durch die Bezeichnung codiert ;)

Durchmesser 47 mm

Tiefe 12 mm

Dachte an ein NU1005 Lager