Vespa PX 200 zündet nicht, kein Muckser, auch nicht mit Startpilot.

Hallo Vespa-Freunde!

 

Ich bin am verzweifeln und will bald den Vorschlaghammer raus holen.

 

Ich habe seit 2 Wochen eine Vespa PX200 Bj 84`, alles soweit original, keine Tuningteile.

Der Roller ist schon mindestens 5 Jahre nicht gefahren, eher länger.

Mein Problem:

Der Motor zündet nicht.

- Ich habe einen Zündfunken. (CDI neu, Zündkabel und Stecker neu, Zündkerze neu).

- Zündkerze rausgedreht, gegen Masse und der Zündfunke kommt beim kicken

- Sprit ist neu, Tank ist innen wie neu (keinDreck), Sprit läuft bis unter die Huptdüse (Sprit kommt an)

- Startpilot an den Luftfilter und ins Kerzenloch gesprüht -kein Erfolg.

Was ich auch noch festgestellt habe, wenn ich kein Startpilot in das Zündkerzenloch sprühe, ist die Zündkerze FURZ trocken!

Was ich nicht verstehe, warum zündet er nicht, wenn 1. der Zündfunke da ist und 2. der Startpilot dazu kommt?!?   Da muss er doch mindestens 1mal zünden........?????!?!?

 

Bin auch bereit für den zum Erfolg führenden Tipp zu honorieren...

 

Verzweifelte Grüße

 

Timo

 

 

Danke für die Info`s Werner!

Also am Vergaser-Schieber ist das Gemisch.

Ich habe so das Gefühl, dass das Gemisch nicht angesaugt wird.

Wenn ich länger den Kicker drücke, wird mein Luftfilter immer feuchter (also besser gesagt nass), es drückt dann schon Gemisch von der Innenseite des Luftfilters nach außen.

 

Zündgrundplatte habe ich auch noch gegen eine neuere getauscht (kein Unterschied).

 

Ist es möglich, dass das Gemisch nicht vom Vergaser abgesaugt wird?

An was könnte das liegen?

Kompression habe ich eigentlich. (Daumen auf Kerzenloch und gekickt, da gibts ordentlich Druck)

 

Bin für weitere Anregungen dankbar.

 

Schöne Grüße

 

Timo

 

Ich habe geschrieben, dass das im Vergaser gebildete Gemisch NICHT ABGESAUGT wird. Nicht angesaugt.

Vergaser war zerlegt und im Ultraschall Bad.

Halbmondkeil ist drin.

vermutlich ist dann der erzeugte Unterdruck im Kurbelgehäuse zu gering.

Die Zündung besteht ja nicht nur aus CDI, Kabel, Kerze und Stecker...da gibt's ja noch die ZGP mit weiteren zündungsrelevanten Teilen: 
- der Pickup (=Hallsensor, liefert das Signal an die Blackbox)
- die Speisespule (dient der Spannungsversorgung der CDI).

 

Das Vorhandensein von Zündfunken bedeutet nicht eindeutig, daß die Zündung auch korrekt funktioniert:
- Der Zündfunke der eingebauten Kerze sieht in Sprit-Luftatmosphäre/8 bar Druck anders aus.
- Trotz Funken könnte der Zündzeitpunkt falsch sein.
- Trotz Funken könnten Pickup & Speisespule defekt sein.

 

Also: Zündzeitpunkt grob prüfen. Dazu Polrad demontieren & nachsehen:
- Sitzt der Halbmondkeil noch intakt auf der Kurbelwelle? Oder ist er abgeschert?
- Ist die Position der ZGP noch korrekt (eingegossene Markierung)?

Und: Elektr. Widerstand von Pickup & Speisespule gegen Masse messen.
- Sind die Werte ausser Toleranz: Teile auswechseln.
- Wahlweise: als funktionierend bekannte ZGP ausleihen & schauen, ob's damit läuft.

 

 

Kerze "furztrocken"?
Ok...zwar ist der Sprit neu und läuft bis unter die HD...aber was ist mit dem Rest des Vergasers?
Wären Startervergaser ("Choke") ausser Funktion + ND & HD verstopft, kann kein Sprit kommen.
Nach 5 Jahren Standzeit sollte der Vergaser gleich diskussionslos komplett instandgesetzt werden anstatt dran rumzulaborieren.

 

Du fragst, ob es möglich sei, daß der Vergaser nicht richtig ansaugt - die Frage habe ich schon beantwortet. Die Antwort hieß:
Vergaser instandsetzen (der Restsprit hatte 5 Jahre Zeit, darin vllt. Ablagerungen zu bilden).


Warum Vergaser instandsetzen? (noch genauere Antwort:)
Ein Vergaser saugt selbst nicht. Jedoch wird im Kurbelgehäuse ein Unterdruck von ca. 0,5 bar erzeugt, der wiederum zieht  Sprit & Luft durch die im Vergaser befindlichen dünnen Kanäle & Düsen, wo sie schlußendlich im Zerstäuberrohr als Aerosol in den Ansaugtrakt und über's Kurbelgehäuse und die Überstromkanäle in den Brennraum gelangen.

Hier gilt:
Ist im Vergaser etwas verstopft (Kanal/Düse verengt oder zu), dann funktioniert es nicht.
Ist der Unterdruck zu schwach, funktioniert's nicht (mögliche Ursachen: Defekt am Wellendichtring/Hauptdichtung/Vorverdichterplatte oder mangelnde Kompression durch festgebackene Kolbenringe).

Zündet das Gemisch nicht zum richtigen Zeitpunkt oder ist der Funke zu schwach, dann funktioniert es auch nicht...der Sprit wird zwar angesaugt, verbrennt aber nicht - es ist dann möglich, daß sich soviel Sprit im Kurbelgehäuse sammelt, daß er durch den Vergaser via Luftfilter nach draußen befördert wird (dann wäre die Zündkerze aber patschnaß)


Ich habe dir in meinem vorigen Posting schon die relevanten, routinemäßig in solchen Fällen abzuarbeitenden Punkte genannt, auf die du leider nicht konkret geantwortet hast, z.B. die Frage nach dem Halbmondkeil, dem korrekten ZZP oder die Frage nach der Vergaserrevision.



Es führt zu nichts, seinen Finger ins Zündkerzenloch zu halten und daraus irgendetwas deuten zu wollen. Kein Mensch hat in seinem Finger einen Drucksensor eingebaut (Aber man kann zumindest mal seine Finger dazu gebrauchen, einen Kompressionsprüfer hineinzuschrauben und einen konkreten Meßwert zu erhalten, der dann wirklich auch etwas aussagt). 

[;)][;)][;)]

 

Super!

 

Vielen Dank für die vielen Infos!!!

werde weiter den Motor untersuchen.

Da hat sich im letzten Beitrag der Fehlerteufel eingeschlichen!
Sorry auch für das Doppelposting meines letzten Beitrags (während ich es gestern schrieb, fing die SIP-Webseite an, abzustürzen).

So muss es richtig heissen:
"hat die Kurbelwelle zuviel radiales AXIALES Spiel, so kann sie möglicherweise zu weit in Richtung LiMa wandern"


Du fragst, ob es möglich sei, daß der Vergaser nicht richtig ansaugt - die Frage habe ich schon beantwortet. Die Antwort hieß:
Vergaser instandsetzen (der Restsprit hatte 5 Jahre Zeit, darin vllt. Ablagerungen zu bilden).


Warum Vergaser instandsetzen (nun genauere Antwort:)
Ein Vergaser saugt selbst nicht. Jedoch wird im Kurbelgehäuse ein Unterdruck von ca. 0,5 bar erzeugt. Dieser Unterdruck wiederum zieht  Sprit und Luft durch die im Vergaser befindlichen jeweiligen dünnen Kanäle und Düsen, wo sie schlußendlich im Zerstäuberrohr als Aerosol in den Ansaugtrakt und über's Kurbelgehäuse und die Überstromkanäle in den Brennraum gelangen.

Hier gilt:
Ist im Vergaser etwas verstopft (Kanal / Düse verengt oder zu), dann funktioniert es nicht.
Ist der Unterdruck zu schwach, funktioniert's nicht (mögliche Ursachen: Defekt am Wellendichtring/Hauptdichtung/Vorverdichterplatte oder mangelnde Kompression durch festgebackeneKolbenringe?)

Zündet das Gemisch nicht zum richtigen Zeitpunkt oder ist der Funke zu schwach, dann funktioniert es auch nicht...der Sprit wird zwar angesaugt, verbrennt aber nicht - es ist dann möglich, daß sich soviel Sprit im Kurbelgehäuse sammelt, daß er durch den Vergaser via Luftfilter nach draussen befördert wird (dann wäre die Zündkerze aber patschnaß)


Ich habe dir in meinem vorigen Posting schon die relevanten, routinemäßig in solchen Fällen abzuarbeitenden Punkte genannt, auf die du leider nicht konkret geantwortet hast, z.B. die Frage nach dem Halbmondkeil, dem korrekten ZZP oder die Frage nach der Vergaserrevision.



Es führt zu nichts, seinen Finger ins Zündkerzenloch zu halten und dann irgendetwas daraus deuten zu wollen. Kein Mensch hat in seinem Finger einen Drucksensor eingebaut (Aber man kann zumindest mal seine Finger dazu gebrauchen, einen Kompressionsprüfer hineinschrauben und einen konkreten Meßwert zu erhalten, der dann wirklich auch etwas aussagt). 
:)

 

Gut gut. Du vermutest also ein Poblem mit der Kompression.

In dem Fall würde ich als nächstes das Getriebeöl in eine saubere Schüssel ablassen. Ist es auffällig dünn und riecht nach Sprit, deutet das auf einen defekten Wellendichtring oder eine kaputte Hauptdichtung.

Das Öl ist ein wichtiger Indikator für sonstige Schäden im Getriebe...man schaut hier im Bodensatz nach Metallspänen und schwarzen Partikeln (evtl. Gummi vom großen kupplungsseitigen Simmerring oder den Kickstarteranschlagpuffern).

Übrigens ist hinter der ZGP auch noch ein Simmerring - den wirst du wohl beim Wechsel der ZGP auch inspiziert haben (war eigentlich die Tausch-ZGP aus einem einwandfrei laufenden Roller oder aus der Grabbelkiste?)

 

Der Test mit dem Kompressionsprüfer gibt Aufschluß darüber, wie gut die Kolbenringe noch sind oder ob sie festgebacken sind und daher nicht mehr dichten oder ob der Kolben ein Loch hat.

 

Wahlweise kann man natürlich Zylinderkopf und Zylinder ziehen und das direkt nachsehen. Dann ist es auch möglich, die Drehschieberfläche der Kurbelwelle sowie die Vorderdichterfläche im Kurbelgehäuse in Augenschein zu nehmen (letzteres mit einem Zahnarztspiegel und einer Taschenlampe). Sind die Flächen verschrammt und demoliert hat man eine mögliche Erklärung für mangelnde Vorverdichtung.

Ebenfalls prüfen kann man dann (jeweils axial und radial) das Pleuellager- und das Kurbelwellenlagerspiel. Einfach dran rumruckeln, dann sieht man es; hat die Kurbelwellen zuviel radiales Spiel, so kann sie möglicherweise zu weit in Richtung LiMa wandern und dann dichtet der Drehschieber nicht mehr richtig ab (Resultat mangelnde Vorkompression).

 

Ich würde dem Reinigen von Vergasern im Ultraschallbad nicht zu viel Bedeutung verleihen. Sie werden zwar äußerlich meist manierlich sauber, aber oft werden verharzte Sprit-Ölgemischreste im Inneren nicht entfernt, weil sie zu zäh sind und sich auch durch das aggressive Reinigungsbad nicht angelöst werden. Die Düsen selbst lassen sich gut mit Düsenreibahlen säubern (ich mache das selbst seit langem so und bin daher immer 100% auf der sicheren Seite).
Hat man den alten Vergaser per se in Verdacht, Ursache für die Probleme zu sein und kommt hier irgendwie nicht weiter, kann man einen als intakt bekannten anderen Vergaser probeweise einbauen und dann weitersehen.