PX125 E säuft ab und Drehzahl beim hochschalten bleibt hoch

Hallo Freunde

Seit ca. 10 Jahren bin ich im Besitz meiner Vespa PX125 E (Jg. '93).

Bis jetzt ist sie immer super gelaufen.

Mal vorweg, ich habe noch nie richtig drann geschraubt, bin also ziemlicher Anfänger. Habe aber keine Lust und Geld immer zum Mech zu fahren. Früher habe ich noch an meinem Piaggio Ciao Mofa rumgeschraubt, aber das ist jetzt schon über 20 Jahren her.

Am Wochenende habe ich einen Ausflug gemacht und plötzlich, so ca. nach 1.5 Stunden fahren, hat sie angefangen zu stocken und hat abgestellt. Da die Benzinanzeige nicht mehr zuverlässig funktioniert, dachte ich, das Benzin sei alle. Also liess ich ausrollen da eine Tankstelle in Sicht war. Während dem Ausrollen konnte ich sie nach ca. 4-5 Startversuche mit dem E-Starter wieder starten. Bis zur Tankstelle lief sie zwar durch eigenen Antrieb aber stotternd und immer kurz vor dem Abschalten. Dann bei der Tankstelle blieb vor dem Ausschalten meinerseits die Drehzahl hoch.

Am Benzin lags definitiv nicht, der Tank war noch halb voll. Also hab ich einen Blick unter die "Motorhaube" geworfen. Das einzige was mein ungeübter Blick festgestellt hat, war ein sehr poröser Schlauch das von dem Rahmen zum Vergaser führt. Dieses werde ich sicher ersetzen sobald ich weiss wie dieser Schlauch heisst.

Ich konnte dann doch durch Vespa-Power nach Hause fahren, aber bei jedem Hochschalten drehte der Motor immer auf.

Könnte der Schlauch das ganze Problem sein, oder an was könnte es sonst liegen? 

Vielen Dank im voraus für Eure Hilfe

Gruss aus der Schweiz

Fabrizio

[quote user="Werner"]

Ein Hochdrehen des Motors nennt man auch "falsch Luft ziehen" oder "Nebenluft ziehen" (beim Menschen würde man sagen, er hyperventiliert).

Falls dein Roller schon etwas älter ist, sind hier mögliche Ursachen in durch Alterung defekt gewordenen Dichtungen zu suchen.

Das ist keine Katastrophe, sondern nach 20 Jahren als normal anzusehen.
Du hast 2 Kurbelwellendichtringe (Wellendichtringe heißen sie technisch, als Markenbezeichnung kennt man für die gleichen Dinger den Namen "Simmerringe"). Einer dieser Simmerrringe liegt hinter dem Lüfterrad (ist ohne Motor zerlegen austauschbar), der andere liegt leider mitten im Motor hinter der Kupplung.


Am besten, du ziehst die Hilfe eines erfahrenen Vespaschraubers hinzu.
Der wird das Lüfterrad abmontieren und die Dichtigkeit des einen Simmerings prüfen. Dann wird er etwas Getriebeöl ablassen und kann am Öl feststellen, ob hier unerwünscht Benzin dran ist (Dann wäre der innere Simmerring perdü).
Alternativ können natürlich die beiden Dichtungen unter dem Vergaser und der Vergaserwanne futsch sein (das kann man auch von aussen ohne Motorzerlegen beheben).

 

Man wird auch nach der Zylinderfußdichtung und der Zylinderkopfdichtfläche sehen - das kann man einfach erkennen:  Wenn dort eine schwarze Brühe austritt, besteht dort eine Undichtigkeit, die für das Falschluftziehen ebenfalls ursächlich sein kann.

[/quote]

 

@Werner

Danke für Deine Ausführungen. Ich hab mal den Ansaugschlauch und einen Dichtsatz für den Vergaser bestellt und werde als erstes den Schlauch auswechseln und den Vergaser reinigen. Vielleicht habe ich Glück und das ganze ist so erledigt.

Falls dies nicht nützen würde, dann werde ich wohl oder übel Hilfe vom Fachmann brauchen. Möchte aber gerne mit der Zeit meine Vespa etwas besser kennenlernen.

Falls jemand aus der Schweiz (Region Aargau/Zofingen) mitliest und Lust hättte mir etwas Fachkunde in Vespa schrauben zu vermitteln, bitte melden.

Danke und Gruss aus der Schweiz

[quote user="ppetersen"]

Klingt nach mangelnder Spritversorgung !

Entweder sind Düsen Im Vergaser dicht (reinigen) , oder die Kurbelwellensimmeringe im Motor sind defekt (unter der Lichtmaschine leicht von außen zu tauschen, inter der Kupplung nur durch Zerlegen des Motors zu tauschen)....

[/quote]

Mann o Mann

Du willst mir wohl Angst machen?

Ich hoffe mal dass es nur am Vergaser liegt. Da ich sicher mal den Luftschlauch wechsle, habe ich mal vor den Vergaser auseinander zu nehmen und zu reinigen. Habe diesbezüglich schon einige Videos gesehen (Frank's Vespagarage und von Sip). Sollte ich eigentlich packen auch als Anfänger (oder Wiedereinsteiger). Muss nur noch herausfinden was ich alles gleich auswechseln sollte (Filter, Dichtungen usw.)

Jedenfalls Danke und Gruss

Ich habe zu danken...

Ein Hochdrehen des Motors nennt man auch "falsch Luft ziehen" oder "Nebenluft ziehen" (beim Menschen würde man sagen, er hyperventiliert).

Falls dein Roller schon etwas älter ist, sind hier mögliche Ursachen in durch Alterung defekt gewordenen Dichtungen zu suchen.

Das ist keine Katastrophe, sondern nach 20 Jahren als normal anzusehen.
Du hast 2 Kurbelwellendichtringe (Wellendichtringe heißen sie technisch, als Markenbezeichnung kennt man für die gleichen Dinger den Namen "Simmerringe"). Einer dieser Simmerrringe liegt hinter dem Lüfterrad (ist ohne Motor zerlegen austauschbar), der andere liegt leider mitten im Motor hinter der Kupplung.


Am besten, du ziehst die Hilfe eines erfahrenen Vespaschraubers hinzu.
Der wird das Lüfterrad abmontieren und die Dichtigkeit des einen Simmerings prüfen. Dann wird er etwas Getriebeöl ablassen und kann am Öl feststellen, ob hier unerwünscht Benzin dran ist (Dann wäre der innere Simmerring perdü).
Alternativ können natürlich die beiden Dichtungen unter dem Vergaser und der Vergaserwanne futsch sein (das kann man auch von aussen ohne Motorzerlegen beheben).

 

Man wird auch nach der Zylinderfußdichtung und der Zylinderkopfdichtfläche sehen - das kann man einfach erkennen:  Wenn dort eine schwarze Brühe austritt, besteht dort eine Undichtigkeit, die für das Falschluftziehen ebenfalls ursächlich sein kann.

Vielen Dank nochmal für Eure Ausführungen.

Ich bin Euch dann wohl noch eine Antwort schuldig.

Also, ich habe damals den Luftschlauch ersetzt den ganzen Vergaser auseinander genommen, alle Einzelteile im Benzinbad gereinigt und ausgeblasen. Alle Dichtungen ausgewechselt. Auch beide Dichteungen der Vergaserwanne.

Seither bin ich den ganzen Sommer so viele Kilometer gefahren wie noch nie in einem Sommer. Dabei waren auch grössere Ausfahrten und Passfahrten. Sie ist dabei super gefahren ohne jegliche beschwerden.

Ich werde das mit den Simmeringe weiterhin beobachten und hoffen das ich den Motor noch nicht spalten muss.

Gruss aus der Schweiz

Danke für die positive Rückmeldung !!!

 

Der Ansaugschlauch aus Gummi (heißt auch "Faltenbalg") hat mit deinem Problem absolut nichts zu tun.

Beim "Falschluftziehen" reden wir von einem Effekt, der HINTER dem Vergaser, im Kurbelgehäuse, im Überstromsystem und im Brennraum stattfindet - nämlich überall dort, wo ein Über- oder Unterdruck herrscht und durch Lecks Luft von aussen "falsch" angesaugt wird.
Falschluftziehen kommt vor dem Vergaser nicht vor (also dort, wo Luftfilter und Ansaugbalg liegen)

Auch der Vergaser selbst ist nicht das Problem...mit dem Vergaserdichtsatz kannst du das Falschluftziehen nicht beseitigen... wie gesagt, das Problem kann nur hinter dem Vergaser liegen.
Alle weiteren Maßnahmen beinhalten, daß man dann den Vergaser (den du mühevoll zerlegt hast) dananch gleich ein zweites Mal ausbauen muß, um die Dichtung unter der Vergaserwanne auszuwechseln.

Eine weitere mögliche Ursache (worst case) ist eine defekte Drehschieberfläche im Kurbelgehäuse..aber da wird der Profi vor Ort danach suchen

Klingt nach mangelnder Spritversorgung !

Entweder sind Düsen Im Vergaser dicht (reinigen) , oder die Kurbelwellensimmeringe im Motor sind defekt (unter der Lichtmaschine leicht von außen zu tauschen, inter der Kupplung nur durch Zerlegen des Motors zu tauschen)....